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Kommunikation
Warum ist die Kommunikation zwischen Menschen mit Pflegebedarf und Behinderungen und Ihnen wichtig?
In diesem Abschnitt geht es um die Kommunikation zwischen Ihnen als informelle Pflegekraft und der Person, die Sie betreuen. Dieses Thema hängt stark von der Art der Beeinträchtigung oder des Zustands ab, den die Person, die Sie pflegen hat. Da die kognitiven Fähigkeiten und kommunikativen Fertigkeiten unterschiedlich sein können, bemüht sich das YoungCare-Projekt darum, Informationen darüber bereitzustellen, wie informelle Pflegepersonen unter Berücksichtigung verschiedener Behinderungen, körperlicher und geistiger Beeinträchtigungen und chronischer Krankheiten effektiv kommunizieren können.
Eine gute Kommunikation zwischen Menschen mit Pflegebedarf und Behinderungen und Ihnen ist wichtig, um die Bedürfnisse beider Parteien besser zu verstehen.
Einige Erkrankungen oder Beeinträchtigungen können für manche Menschen eine größere Herausforderung darstellen als andere. Für einen respektvollen und angenehmen Umgang miteinander, werden in diesem Abschnitt Tipps für eine gute Kommunikation aus der Sicht des Pflegenden und des Pflegebedürftigen, bewährte Verfahren und Materialien zusammengestellt.

Welche Vorteile gehen mit einer gelungenen Kommunikation einher?
Auch wenn manche Fälle anspruchsvoller sind als andere, hat eine gelungene, respektvolle Kommunikation immer Vorteile für alle Beteiligten. Aus der Sicht der Pflegebedürftigen können die Vorteile folgende sein:
- Wie Sie Ihre Wünsche und Bedürfnisse besser vermitteln können, indem Sie eine Atmosphäre schaffen, in der die pflegebedürftige Person ihre Vorlieben, Gefühle und Ansichten frei äußern kann, ohne befürchten zu müssen, abgelehnt oder verurteilt zu werden.
- Sie müssen in der Lage sein, angemessen zu kommunizieren, welche Aufgaben sie selbständig ausführen möchten, oder, wenn nötig, wann ihre Grenzen überschritten werden oder einfach etwas nicht stimmt. In Fällen, in denen dies nicht verbal möglich ist, können bestimmte Materialien, Anwendungen oder digitale Software hilfreich sein. Einige dieser Hilfsmittel sind auf bestimmte Bedingungen zugeschnitten oder können ganz allgemein zur Verbesserung der Kommunikation eingesetzt werden.
Genauso wie Erwachsene mit Pflegebedarf in der Lage sein sollten, ihre Bedürfnisse und Grenzen auszudrücken, sollten auch Sie dies tun. Deshalb ist es wichtig, respektvolle und funktionierende Kommunikationsmethoden zu etablieren, damit beide von dieser Kommunikation profitieren können.
Wie kann man sensibel mit verschiedenen Gruppen von Menschen mit Pflegebedarf und Behinderungen kommunizieren?
Eine effektive Kommunikation kann der Schlüssel dafür sein, um Ihnen die täglichen Aufgaben der Pflege zu erleichtern. Hierfür gibt es einige Tipps und verfügbare Materialien, die an die individuellen Besonderheiten, angepasst werden können.
Zunächst ist es wichtig, die Pflegebedürftigen zu befragen, welche Kommunikationsmethode sie bevorzugen, bzw. welche für leichter zu handhaben und zu verstehen ist. Auf diese Weise können ihre Bedürfnisse und ihre Anforderungen an den jeweiligen Gesundheitszustands angepasst werden. Für Erwachsene, deren verbale Kommunikation beeinträchtigt ist, kann dies eine Herausforderung sein. Daher ist es wichtig, auch auf nonverbale Signale zu achten. Weitere Techniken finden Sie weiter unten und im Video:
- Bei kognitiven Beeinträchtigungen: Verwenden Sie eine einfache, konkrete Sprache. Teilen Sie Aufgaben in kleine, überschaubare Schritte auf und geben Sie schrittweise Anweisungen. Visuelle Hilfen wie Bilder, Symbole oder Farbkodierungen können die Befolgung der Anweisungen erleichtern. Wiederholungen und Geduld sind wichtig, da manche Menschen mehr Zeit brauchen, um Informationen zu verarbeiten.
- Bei Sehbehinderungen: Klare verbale Beschreibungen sind wichtig. Erläutern Sie Handlungen und Umgebung und verwenden Sie taktile Hilfsmittel wie Braille-Schrift oder erhabene Markierungen, um das Verständnis zu fördern. Audiobasierte Hilfsmittel, wie Bildschirmlesegeräte oder Sprachassistenten, können ebenfalls die Kommunikation und den Zugang zu Informationen erleichtern.
- Bei Hörbehinderungen: Die Kommunikation kann durch verschiedene Methoden verbessert werden, z. B. durch Zeichensprache, schriftliche Notizen oder Apps, die Sprache in Text umwandeln. Visuelle Hinweise, wie Gesten oder Symbole, können ebenfalls hilfreich sein. Achten Sie beim Sprechen darauf, dass Sie der Person direkt ins Gesicht sehen und deutlich sprechen, damit sie von den Lippen ablesen kann, wenn das hilft.
- Bei Mobilitätseinschränkungen: Sorgen Sie für den Zugang zu leicht zu bedienenden Kommunikationsgeräten, wie angepasste Tastaturen, Touchscreens oder sprachgesteuerte Geräte. Begeben Sie sich auf die Höhe Ihres Gegenübers, indem Sie sich hinsetzen oder die Höhe der Stühle anpassen, damit der Blickkontakt aufrechterhalten wird. Das fördert ein tieferes Gefühl der Verbindung und des Respekts.
- Bei Sprachbehinderungen: Unterstützen Sie Personen mit Sprachschwierigkeiten durch alternative Kommunikationsmittel wie Kommunikationstafeln, bildbasierte Systeme oder Apps mit Sprachausgabe, die ihre Gedanken verbalisieren können. Fördern Sie die Nutzung dieser Hilfsmittel, indem Sie ihnen Zeit und Raum geben, sich auszudrücken, ohne sie zu drängen oder zu unterbrechen.
Der Aufbau einer gesunden und effektiven Kommunikation für beide Seiten kann eine Herausforderung sein und erfordert möglicherweise etwas mehr Geduld. Im Folgenden können Sie einige Herausforderungen und Möglichkeiten für die Kommunikation zwischen Ihnen und Erwachsenen mit Pflegebedarf und Behinderungen erkunden.
Was können Sie tun, um ihre Kommunikation mit Menschen mit Pflegebedarf und Behinderungen zu verbessern?
Zunächst einmal gilt, dass jeder Mensch einzigartig ist. Daher sollten Sie zuerst über sich den medizinischen Zustand des oder der Pflegebedürftigen und die damit (möglicherweise) verbundenen Kommunikationseinschränkungen informieren. Neben Nachfragen bei den Ärzten, können Sie auch einige Nachforschungen zu diesem Thema anstellen, um die gegebenen Informationen zu ergänzen. Nachdem Sie herausgefunden haben, was getan werden kann und was nicht, und welche Ressourcen zur Verfügung stehen, sollten Sie versuchen, die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen zu verstehen. Wenn möglich, befragen Sie sie oder ihn zu den eigenen Bedürfnissen und Grenzen.
In manchen Fällen können sich im Laufe der Zeit die Bedingungen verändern; dies kann die Kommunikation auf lange Sicht beeinflussen. Möglicherweise müssen einige Anpassungen vorgenommen werden, um für beide Seiten so viel Komfort wie möglich zu gewährleisten. Sie können sich zum Beispiel auch an Ihren Hausarzt wenden, der Sie auf diesem Weg begleiten und Ihnen helfen kann, ihre gemeinsame Kommunikation zu verbessern.
In einigen Fällen kann auch ein Kommunikationspass ein wertvolles Instrument zur Unterstützung der Kommunikation sein. Dabei handelt es sich um ein personalisiertes Dokument, das wichtige Informationen über eine pflegebedürftige Person zusammenfasst. Das Hauptziel besteht darin, die Interaktion zwischen dieser Person und ihren pflegenden Angehörigen, den Gesundheitsfachkräften oder Pädagogen zu erleichtern und sicherzustellen, dass die Pflege und Kommunikation auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Diese Art von Pass ist besonders nützlich in Kontexten, in denen die pflegebedürftige Person mit verschiedenen Fachkräften oder Umgebungen interagiert, wie z. B. in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen, Schulen und Bildungseinrichtungen, Pflegeheimen und Wohnheimen, häuslichen Pflegediensten, Gemeinschafts- oder Freizeiteinrichtungen usw. Indem der Pass einen klaren Überblick über die Vorlieben, Bedürfnisse und Kommunikationsweisen der Person gibt, fördert er einen personenzentrierten Ansatz und respektiert so ihre Autonomie und Würde.
Der Pass sollte sehr persönlich und auf die Realität und die Bedürfnisse jeder Person zugeschnitten sein, es gibt kein einheitliches Standardmodell. Dennoch gibt es einige grundlegende Informationen, die in den Kommunikationspass aufgenommen werden können:
- Persönliche Angaben: Name, Alter, Foto (fakultativ, je nach Relevanz) und Kontaktdaten der zu betreuenden Person;
- Kommunikationsmethoden: Beschreibung der bevorzugten Kommunikationsmethoden (verbal, gestisch oder anderweitig) und ggf. der verwendeten Hilfsmittel;
- Persönliche Vorlieben: Vorlieben, Abneigungen, Tagesabläufe und Lieblingsaktivitäten;
- Anamnese: relevante Gesundheitszustände, aktuelle Medikamente, mögliche Allergien;
- Unterstützungsnetzwerk: Liste der Kontakte, einschließlich Familienmitglieder, Freunde und Angehörige von Gesundheitsberufen, die direkt an der Pflege der Person beteiligt sind. Wenn möglich, geben Sie die Rolle jeder Person klar an (z. B. Hauptpflegeperson, leitender Arzt, vertrauter Freund usw.) und ordnen Sie die Kontakte in der Reihenfolge ihrer Priorität. Geben Sie auch an, ob diese Personen regelmäßig über den Zustand und die Bedürfnisse der Person informiert werden sollten;
- Entwicklungsziele: spezifische Ziele, die sich auf das Wohlbefinden und die Autonomie der zu pflegende Person beziehen.



Gute Praxisbeispiele
Inklusive Kommunikation im öffentlichen Verkehr
Zugängliche Ansagen: Trenitalia und viele Nahverkehrsunternehmen setzen visuelle (Monitor) und akustische Ansagen ein, um die Zugänglichkeit für gehörlose und blinde Menschen zu gewährleisten.
Inklusive Mobilitäts-Apps: Apps wie Moovit oder lokale Projekte (z. B. MoveForAll in Rom) bieten
Wegbeschreibungen in angepassten Formaten, wie taktile Karten oder gesprochene Beschreibungen.
Unterstützte Kommunikation (AAC) in Bildungs- und Gesundheitsdiensten
Krankenhäuser und ambulante Kliniken setzen Unterstützte Kommunikation ein, um die Kommunikation mit nonverbalen Patienten zu erleichtern, wie im Turiner ASL-Projekt.
In italienischen Schulen werden Software wie Boardmaker und symbolische Hilfsmittel eingesetzt, um Schüler mit kognitiven oder sprachlichen Behinderungen zu unterstützen.
MEE NL ist ein kooperativer Zusammenschluss von 20 MEE-Organisationen in den Niederlanden. MEE NL stellt Gemeinden und Gesundheitsämtern Wissen und Beratung zur Verfügung und bietet Schulungen für Fachleute und Organisationen im Bereich der Behandlung und Kommunikation mit behinderten Menschen an. Ihre Vision ist es, eine integrative Gesellschaft zu schaffen, in der Teilhabe und Lebensqualität im Mittelpunkt stehen.
Uitkomstgerichte zorg (ergebnisorientierte Pflege)
Dieses Programm ist eine Zusammenarbeit zwischen der Regierung und verschiedenen Branchenorganisationen, die darauf abzielt, die Situation für Patienten und Mitarbeiter im Gesundheitswesen zu verbessern, indem nicht nur medizinische Aspekte, sondern auch die Lebensqualität während und nach der Behandlung berücksichtigt werden. Indem die Ergebnisse von Behandlungen aufgezeigt und alle Entscheidungen mit dem Patienten besprochen werden, kann die Pflege und Unterstützung besser und angemessener gestaltet werden.
Ieder(in) toolkit für Kommunen
Ein Toolkit, das Gemeinden dabei hilft, ihre Website für alle zugänglich zu machen. Es enthält eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um die Gemeinde von der Notwendigkeit zu überzeugen, einen Zugänglichkeitstest, Tipps zur Organisation einer Demonstration und Ratschläge zur Kontaktaufnahme mit Zielgruppenexperten.
Die Ava-App erstellt während eines Gesprächs Untertitel, damit Gehörlose lesen können, was gesagt wird. Sie kann auch Text in Sprache umwandeln. Gehörlose und schwerhörige Menschen, die nicht sprechen, können mit einer natürlich klingenden Stimme aktiv an Unterhaltungen teilnehmen. Sie können es auf Ihrem Desktop oder als App verwenden. Sie ist für iOS und Android verfügbar und hat eine kostenlose Testversion. Name der App: Ava.
Anwendung zur Unterstützung der Kommunikation von Menschen, die lesen und schreiben können und an einer Sprachbehinderung leiden (z. B. Motoneuronenkrankheit/Amyotrophe Lateralsklerose, Zerebralparese, Autismus oder Menschen mit Kopf- und Halskrebs, um nur einige zu nennen). Link 2.
Aplicação Afasia Instituto Português da Afasia [Portugiesisches Aphasie-Institut App]
Diese App wurde in Portugal entwickelt, um Menschen mit Aphasie bei der Verbesserung ihrer Kommunikation zu helfen. Die Nutzung ist völlig kostenlos, das Design ist einfach und intuitiv, um die Nutzung zu erleichtern. Um mehr darüber zu erfahren, können Sie die Website und die Bedienungsanleitung besuchen. Link 2.
Anwendung zur Erleichterung der Kommunikation für Benutzer mit eingeschränkten oder fehlenden motorischen Fähigkeiten oder für Personen, die alternative Kommunikationsmittel benötigen. Sie kann z. B. Nutzern mit zerebraler Lähmung oder Aphasie helfen. Die Smartphone-Funktionen sind leichter zugänglich, und es wurden auch „Text to Speech“-Funktionen eingebaut, bei denen der Benutzer aufschreiben kann, was er mitteilen möchte, und die App es laut „vorliest“. Android | App-Store.
Diese Software ist eine kostenlose Bildschirmleseoption, die Menschen mit Sehbehinderungen oder Blinden helfen kann. Sie ist für Windows-Benutzer in mehreren Sprachen verfügbar, einschließlich Portugiesisch.
Weitere Informationen
Telecare in LIS: Plattformen wie VEASYT Live! oder SignLive ermöglichen es Gehörlosen, aus der Ferne mit Institutionen und Unternehmen über Echtzeit-LIS-Dolmetscher zu kommunizieren. Link 2.
Leicht verständliche Patienteninformationen
Diese Website bietet eine Menge leicht verständlicher Gesundheitsinformationen zu verschiedenen Krankheiten und Gesundheitsthemen in einfacher Sprache.
Hurraki_dictionay in leichter Sprache
Hurraki ist eine Website mit einem Wörterbuch in leichter Sprache. Es ist kostenlos und jeder kann dazu beitragen.
Übersicht der barrierefreien Apps
Die „Aktion Mensch“ bietet einen Überblick über einige nützliche barrierefreie Apps, die auch bei der Kommunikation helfen.
Instituto Português da Afasia [Portugiesisches Institut für Aphasie]
Eine Reihe von Kommunikationstipps, die vom Portugiesischen Aphasie-Institut zusammengestellt wurden, um die Beziehungen zwischen Erwachsenen mit Aphasie und ihren Betreuern zu stärken.
Manual do Cuidador [Handbuch für Pflegekräfte]
Ein von der portugiesischen Regierung erstelltes Handbuch, das die Bedeutung einer effektiven Kommunikation zwischen Pflegern und pflegebedürftigen Personen hervorhebt und praktische Tipps gibt (siehe Seite 11).
SOPA ist eine soziale Beschäftigungsagentur, deren Aufgabe es ist, pflegebedürftigen Menschen unterstützte Beschäftigungsdienste zu bieten.